Orte · Thüringen
Wo Glas noch mit dem Atem geformt wird
In einem Thüringer Tal arbeitet eine Glasbläserei, wie sie kaum noch existiert. Ein junger Meister hat den Betrieb übernommen — und gerade die Lehrwerkstatt wiedereröffnet.
Eine Glashütte, die es seit 300 Jahren gibt · Redaktion · 5 Min. Lesezeit
Es ist heiß in der Hütte, immer. Der Ofen wird nie ganz kalt, seit Generationen nicht. Vor ihm steht ein Mann Anfang dreißig, der hätte überall hingehen können — und hierbleiben wollte.
„Eine Maschine kann das nicht“, sagt er und dreht die glühende Masse am Ende der Pfeife. „Nicht das hier.“ Was er meint, ist der Moment, in dem aus Atem und Hitze eine Form entsteht, die es kein zweites Mal gibt.
Drei Lehrlinge hat er gerade eingestellt. Ein Handwerk, das schon totgesagt war, atmet weiter — buchstäblich.